Es gibt viele Lehrbücher die daraufhinweisen, wie sinnvoll eine ausgewogene Ernährung bei Bartagamen ist. Wir haben auch so ziemlich alles ausprobiert, was das angebliche Nahrungsspektrum der Bartagamen angeht.
Unser Ergebnis:
Unsere Bartagamen bekommen in den Frühjahr- bis Herbstmonaten frische Löwenzahnblätter (Taraxacum officinale)
und in den Wintermonaten Ruccola (Diplotaxis tenuifolia) aus dem Supermarkt.
Als Nahrung und Bepflanzung des Terrarium eignet sich ansonsten noch der Golliwoog.
Er ist ein idealer Mineralien- und Wasserspender.
Alle anderen Produkte wurden strikt verweigert.
Bei den Futtertieren hat man die Wahl zwischen:
- Heimchen:
je nach Alter und Grösse der Bartagame, von mikro bis gross
bei Babys jeden Tag, Menge nach Hunger, am besten über 2 bis 3 Mahlzeiten verteilen
bei adulten Tieren 2 bis 3 mal pro Woche ca. 20 große Heimchen, wobei das nur ein Erfahrungs- und kein Richtwert ist.
- Grillen:
gibt es auch in verschiedenen Grössen, Menge und Häufigkeit wie bei den Heimchen
- Heuschrecken:
bekommt man im guten Handel auch von mikro bis gross
bei Babys ebenfalls täglich, je nach Hunger
bei adulten Tieren 2 bis 3 mal pro Woche 5 - 6 Heuschrecken
Bilder: Wüstenheuschrecken
- argentinische Schaben:
Es ist in erster Linie eine Preisfrage, da Heuschrecken fast doppelt so teuer sind, wir bevorzugen sie allerdings, was jeder verstehen kann, dem schon mal das eine oder andere Heimchen ausgebrochen ist und dann des Nächtens im Schlafzimmer verstecken gepielt hat.
SIE SIND EINFACH NUR NEVTÖTEND UND LAUT!
Und nicht grad einfach zu fangen, bei einer super Überlebensfähigkeit, keine gute Kombination ;-)
Ausserdem haben Heuschrecken auch einen sehr guten Nährwert.
Barties sind gut genährt, wenn der Schwanzansatz und die Beine nicht zu dünn sind.
Wichtig ist, dass die Futtertiere vorher selbst gefüttert werden, mit etwas Obst und Salat, so über 2 bis 3 Tage und auch Wasser (in einer flachen Schale mit einem nassen Schwamm) angeboten bekommen, da sie nur dann gutes Futter darstellen.
Bei der Größe der Futtertiere muß man darauf achten, dass sie der Grösse der Bartagamen angepaßt sind, da sie auch zu große Futtertiere jagen würden und bei deren Verzehr daran ersticken könnten, oder es zu Lähmungen kommen kann (zuviel Druck auf die Nerven der hinteren Körperteile), was beides den Tod zur Folge hätte. Eine weit verbreitete Faustregel ist, dass die Futtertiere etwa die Länge der Breite des Mauls der Agame haben sollen. Auch beim Grünfutter muß man natürlich auf die Größe der Tiere achten. Kleine Barties brauchen sehr kleine Futterstücke, die Ausgewachsenen können große Stücke vertilgen und auch gut abbeißen.
Des weiteren müsst ihr den Barties 2 mal pro Woche Korvimin geben, einfach die Futtertiere unmittelbar vor dem verfüttern damit bestäuben. Korvimin erhält man beim Tierarzt oder in der Apotheke.
Dabei allerdings darauf achten, dass jede Bartagame ihre Portion erhält, denn nicht nur Vitaminmangel sondern auch zu viel des Guten ist gesundheitsschädlich.
Sepiaschale bietet sich als guter Calziumspender an, man bekommt sie im Tierhandel als Stein und kann sie zermahlen in einem Schälchen ins Terrarium stellen, oder wie das Korvimin über die Futtertiere geben.
Ein Wasserbecken muss auch immer im Terrarium stehen. Das Wasser muss täglich gewechselt werden, oder häufiger bei Verschmutzung. Manche Tiere trinken allerdings nicht aus der Schale, ihnen sollte man täglich Wasser aus der Pipette oder Spritze anbieten. Einfach einen Tropfen auf die Nase träufeln, die Agame leckt ihn dann weg. Wenn die Haut der Tiere sehr faltig ist, man die Knochen unter der Haut erkennt, oder die Augen eingefallen sind, ist das ein Alarmsignal und spricht für einen Flüssigkeitsmangel (Flüssigkeits- und Elektrolytzufuhr mit Spritze sind dann lebensnotwendig). Bei direkter Gabe ins Maul Vorsicht, ertränkt das Tier nicht. Immer nur wenige Tropfen ins Maul geben, das Tier schlucken lassen, und den Vorgang wiederholen.
Als Leckerchen und NUR als dieses kann man mal (nicht zu oft und auch nur wenig, da diese sehr
fetthaltig sind und bei den Bartagamen zu Leber- und Nierenerkrankungen führen können):
- ein paar Mehlwürmer anbieten (nicht in der Gruppe verteilen, kann zu bösen Bisswunden an den Bartieschwänzen führen, da einige Barties in einen regelrechten Fressrausch geraten können und dann nicht mehr zwischen Schanz und Wurm
unterscheiden können).
- gleiches gilt für Zophobas (die man NUR adulten Tieren anbieten sollte und auch nur mit zerdrücktem Kopf, da sie ein sehr scharfes Mundwerkzeug haben, mit denen sie die Barties verletzen können)
- gern werden auch mal 1 bis 2 Wachsmottenlarven verspeist (die Praline schlecht hin, also wirklich nur einmal im Monat, wenn überhaupt. Wobei darauf zu achten ist, dass nur adulte Tiere diese bekommen, da es bei Jungtieren zu Herzfehlern kommen kann).

Bei Trächtigkeit sollte man dem Weibchen 1 mal die Woche Babymäuse geben, damit sie nicht zu stark abnimmt (natürlich gefrorene und wieder aufgetaute, lebende muss nicht sein, grenzt ja an Tierquälerei).
Beim Grünfutter müsst ihr auf das richtige Calzium / Phosphor Verhältniss achten, es sollte 1,5 : 1 sein.
Auch auf die Belastung mit Nitrit oder Pestiziden müsst ihr achten, z.B. hat einfacher Blattsalat kaum Nährwert, aber meist viel Nitritgehalt. Bei den Pestiziden achtet auf das Herkunftsland, Greenpeace hatte dazu erst kürzlich einen Bericht z.B. hat die Paprika aus Spanien sehr hohe Belastungen aufgewiesen.
Es gibt viele zum Teil sehr verschiedene Meinungen zum Thema Grünfutter, dies ist unsere persönliche Meinung und nur eine kleine Übersicht.
Grünfutterliste:
als Grundfutter:
- Ruccolasalat
- Löwenzahn (Blätter, Blüten)
- Endivie
- Kresse
- Karotten auch mit Grün
- Brennnessel mit Blüten
- Klee (Blätter, Stängel)
- Zucchini
- Mango
- Melone
- Papaya
- Gänseblümchen
- Blaubeeren
- Erdbeeren
- Kürbis (Frucht)
- Brokkoli (Köpfe geraspelt)
- Brombeeren
wenig und nicht zu häufig:
- Feldsalat
- Gurke ( viel Wasser wenig Nährwert )
- Apfel (kein Kerngehäuse)
- Birne
- Weintrauben
- gelbe Kiwi
- Banane
- Tomate (nur Frucht)
- Mais (frisch, Körner)
- Mangold
- Paprika
- Petersilie
NIEMALS GEBEN (ungesund/giftig):
- Kartoffeln
- Reis
- Brot
- Kohl
- Obst/Gemüse aus der Dose
- Arvocados
- Buchsbaum
- Ananas
- Himbeeren
- Butterblumen
- Gras
- Steinobst (z.B. Pfirsich, Kirsche)
- Pilze
- Rahbarber
- Spinat
- Zitrusfrüchte
- Sellerie
- Oliven
- Dieffenbachia
- Efeu
- Salbei
- Tulpe
- Tomatenblätter
- Radieschen
Es gibt sicher noch mehr Dinge, die Bartagamen nicht essen dürfen, im Zweifel lieber nicht geben.