Einleitung:
Bartagamen werden als Haustiere immer beliebter, was wohl auch an ihrem dem Menschen zugewannten, freundlichen, ausgeglichene und ruhigem Wesen liegt. Sie kommen ursprünglich aus Australien, werden seit den 80er Jahren nachgezüchtet und man bekommt, wie wir meinen zum Glück für die Tiere, keine Wildfänge mehr frei zu kaufen, da für Australien ein Exportverbot besteht.
Bartagamen werden bis zu 60 cm lang, wobei der Schwanz etwa die Hälfte der Länge ausmacht. Eine einzelne, ausgewachsene Agame benötigt daher mindestens eine Terrariengrösse von 120 x 60 x 60 cm, zwei zusammen gehaltene Tiere 180 x 90 x 90 cm. Bartagamen sind Allesfresser, d.h. sie fressen pflanzliche und tierische Nahrung (in Form von Insekten). Es gibt unterschiedliche Arten von Bartagamen, unsere Tiere sind "pogona vitticeps" = "streifenköpfige Bartagamen". Wobei Pogona der Name der Gattung ist und vitticeps den Namen der Art darstellt. Der Bart, ein Hautsack unter Kopf und Kinn, der z.B. bei Aufregung aufgestellt wird und auch die Farbe ändern kann, gibt den Tieren ihren Namen. Bartagamen sind wechselwarm, d.h. sie sind von ihrer Umgebungstemperatur und der Sonnenstrahlung abhängig, können ihre Körperwärme nicht selbst steuern.
Einzel- oder Gruppenhaltung?
Bartagamen sind in der freien Natur Einzelgänger. Man kann sie allerdings auch gesellig halten, wenn das Terrarium gross genug ist, d.h. ein Männchen mit bis zu drei Weibchen. Dies kommt den einzelnen Weibchen zu gute, da sich die Aufmerksamkeit des Männchens verteilt. Mehrere Männchen in einer Gruppe kann man jedoch nicht halten, da sie sich bekämpfen. Wie alt können Bartagamen werden ? Die meisten Bartagamen haben eine durchschnittliche Lebenserwartung von zehn Jahren, sie können jedoch bei guter Haltung und Pflege, bis zu 15 Jahre alt werden.
Tipps:
Man nehme einen einfachen Schülerkalender, in den man Gewicht, Länge, Häutung, Futter und auch Probleme, Erkrankungen, Therapien usw, eintragen kann. So ist man immer genau über die Tiere informiert, vergisst nichts und bringt nichts durcheinander, was bei der Haltung von mehreren Tieren gleichzeitig ja schnell passieren kann. Es ist eine grosse Hilfe für Tierarztbesuche und wir persönlich findes es auch schön, die Entwicklung der Tiere genau beobachten zu können.
Wir wiegen und messen unsere Kleinen einmal in der Woche, bei den adulten Tieren reicht es monatlich.
Checkliste:
Pflegeroutine / täglich:
- Füttern der Bartagame, d.h. Essensreste entfernen, Futterschale gründlich säubern und frisches Grünzeug rein, ggf. Lebendfutter geben.
- Wasser auswechseln und auch die Wasserschale gründlich reinigen.
- Badeschale reinigen und neues Wasser einfüllen.
- Exkremente sollte man nach Möglichkeit sofort entfernen, aber mindestens einmal täglich.
- Pflanzen im Terrarium nicht vergessen, auch die brauchen Pflege, z.B. Wasser.
- Das Tier genau in Augenschein nehmen, hat es evtl. eine Verletzung, haben sich Hautreste nicht vollständig gelöst, oder ähnliches.
Pflegeroutine / einmal die Woche:
- Baden, das Wasser sollte handwarm und nur so tief sein, dass die Agame bequem stehen kann, funktioniert am besten im Waschbecken, mit einem Waschlappen auf dem Grund (in der Häutungsphase baden wir unsere Tiere öfter, um ihnen das Häuten zu erleichtern).
- Geräte des Terrariums auf Funktion und Sicherheit überprüfen.
Pflegeroutine / monatlich:
- Grundreinigung des Terrariums, wobei man die gesammte Inneneinrichtung reinigen und desinfizieren muss (geeignete Mittel, die den Tieren nicht schaden, bekommt man im Handel).
- Vorher den Sand komplett entfernen und das Terrarium aussaugen.
- Alle 6 Monate sollte man eine Kotprobe der Tiere auf Parasiten untersuchen lassen.
Krankheiten:
möglicher Befall mit Parasiten:
- Zecken
- Milben
- Rundwürmer
- Hakenwürmer
- Bandwürmer
- Fadenwürmer z.B. Oxyuren
- Protozoen z.B Kokzidien
- Flagellaten